Leseprobe: Finn und die tödliche Überraschung

Tauchen Sie ein in Band 3 der packenden Buchreihe von Jürgen Schnell. Als Kriminalpsychologe bei der Polizeidirektion Dresden wird Finn im Dienst mit grausamen Taten konfrontiert – doch das größte Drama bricht unvermittelt in seiner Mittagspause herein, als persönliche Bindungen auf eine harte Zerreißprobe gestellt werden.

Das mulmige Gefühl in der Magengegend wuchs, als auf sein Klingeln keine Reaktion erfolgte. Finn stand vor einem nach historischem Vorbild neu erbauten Mehrfamilienhaus in der Dresdner Innenstadt. In dieses Schmuckstück war sein Großvater mit seiner Lebensgefährtin vor einigen Jahr eingezogen. Er drückte den Klingelknopf neben dem Namen „Krawinkel“ erneut. Diesmal etwas länger. Aber der kleine Lautsprecher unter der Kamera der Wechselsprechanlage blieb still. Sichtlich nervös suchte er in seiner ledernen Umhängetasche nach dem Schlüssel, den ihm Opa Friedbert für den Notfall ausgehändigt hatte. Als er ihn in der Hand hielt, zögerte er: War dies wirklich ein Notfall? Sein Opa war vielleicht nur auf einem Spaziergang? Oder traf er sich mit Freunden in einem der umliegenden Restaurants? Dann hätte er sich aber zumindest am Handy gemeldet. Finn hatte es seit heute Morgen mehrfach erfolglos versucht.

Seine Hand zitterte leicht und er benötigte drei Versuche, den Schlüssel in das Schloss einzuführen. Zwei Stufen auf einmal nehmend erreichte er die zweite Etage, ohne nach Luft zu pumpen. Nach erneutem Klingeln und vorsichtigem Klopfen öffnete er die Wohnungstür.

 

... „Opa, bist du da?“ fragte er in die bedrückende Stille.

Vorsichtig öffnete er die Schlafzimmertür. Eines der beiden Betten war zerwühlt und leer. Die zwei Türen gegenüber führten in Bad und Toilette. Beide Räume waren aufgeräumt, aber menschenleer. Blieb nur noch das Arbeits- und das Wohnzimmer am Ende des Korridors mit der durch eine große Schiebetür abgrenzbaren Küche. Finn schob die nur angelehnte Wohnzimmertür vorsichtig auf. Dann sah er ihn auf der Dreisitzer-Couch liegen, den Kopf auf der Armlehne ruhend. Die Füße lagen auf der Couch, stießen auf der anderen Seite an die Lehne. Offenbar tief schlafend, unverkrampft und friedlich. Mit wenigen Sprüngen stand Finn unmittelbar neben ihm, sprach ihn an, schüttelte ihn leicht an der Schulter. Nichts. Ein unangenehmer Alkoholdunst stieg ihm in die Nase. Auch sein lautes, fast gebrülltes „Opa, wach auf!“ half nicht. Sein Blick fiel auf den Couchtisch und die dort liegende Blisterverpackung mit Schlaftabletten neben einer nur noch halbvollen Flasche Wodka. Verzweiflung stieg in ihm auf, als er tief gebückt krampfhaft nach einem Puls suchte. Am Hals spürte er ihn dann ganz leicht, richtete sich abrupt auf, suchte sein Handy und wählte die „112“.

 

Zehn Minuten später waren Notarzt und Rettungssanitäter vor Ort. Als mittlerweile erfahrener Kriminalist wies er sie eindringlich darauf hin, keine Gegenstände, wie Wodkaflasche, Trinkglas und Tablettenblister, zu berühren. Er sei sich überhaupt nicht sicher, ob sein Opa ohne Fremdeinwirkung in diesen Zustand versetzt worden war. Alkoholiker sei er jedenfalls nie gewesen. Der Notarzt versorgte seinen Opa und meinte emotionslos: „Wir nehmen ihn mit in die Uniklinik. Machen Sie sich aber nicht allzu große Hoffnungen. Wir wissen noch nicht, wie viele der Tabletten er schon wie lange intus hat. Aber ihm ist neben dem Alkohol noch etwas eingeflößt worden, das wir erst noch analysieren müssen. Ich tippe auf K.-O.-Tropfen. Wir werden alles versuchen, können aber nichts versprechen. Außerdem müssen wir die Polizei informieren, denn es handelt sich hier offenbar um einen Suizid-Versuch.“

 

Möchten Sie erfahren, wie es weitergeht? Bestellen Sie Band 3 direkt in unserem Online-Shop oder entdecken Sie weitere spannende Leseproben aus Finns Lebensgeschichte.

Erstelle deine eigene Website mit Webador